Der Vorstand bedankt sich bei der Team Gesundheit GmbH für ihre großzügige Spende von 1.000,- Euro im März 2018

Von der Verwahrung zum "normalen" Leben

Normalisierungsprinzip gegen die Verwahrung

Vieles, was heute für Menschen mit Behinderungen selbstverständlich erscheint, war nicht immer so: noch bis in die 1960er Jahre hinein bedeutete Behindertenpolitik hauptsächlich die Verwahrung und Versorgung von Menschen mit Behinderungen, oft in stationären Einrichtungen und abgegrenzt von der "normalen" Bevölkerung. Mitte der 1970er Jahre führte ein neuer Denkansatz, das sogenannte „Normalisierungsprinzip",zuerst in Dänemark und Schweden, später auch in Amerika zu einem Umdenken in der Behindertenpolitik:  Menschen mit Behinderungen   sollten "Ein Leben so normal wie möglich"   leben können.

Selbständiges Wohnen, Arbeiten, Sport und Erholung

Die Wohnverhältnisse von behinderten Menschen, egal ob in oder außerhalb einer stationären Einrichtung sollten jetzt an normale Verhältnisse angepasst werden. Behinderte Kinder sollten die Möglichkeit haben, bei ihren Eltern zu leben und erwachsenen behinderten Menschen sollte es möglich sein, auch außerhalb des Elternhauses ein eigenständiges Leben zu führen. Behinderte Kinder und Jugendliche sollten fortan die Möglichkeit bekommen, einen Kindergarten und eine Schule zu besuchen und dort eine Förderung zu erhalten.

Erwachsene sollten das Recht auf "eine Arbeit gegen Bezahlung" erhalten und behinderten Menschen sollten Fähigkeiten vermittelt werden, die ihnen auch tatsächlich eine berufliche Tätigkeit ermöglichen würden. Ganz revolutionär aber war die Forderung, auch behinderten Menschen die Teilnahme an Sport, Spielen und Urlaubsreisen zuzugestehen und zu ermöglichen.

Kinderhilfe-Essen e.V. als Lobby

In Deutschland stagnierte diese positive Entwicklung zunächst, da Menschen mit Behinderung hier keine Lobby hatten, die sich für sie einsetzte. Umso wichtiger war deshalb, dass ab 1962 ein Verein wie die Kinderhilfe Essen e.V. begann, die Interessen spastisch gelähmter und generell körperbehinderter Kinder und junger Erwachsener zu vertreten.

Aus dem Verein

Traurige Mtteilung

Am 13. April 2018 verstarb auf tragische Weise unser langjähriger Vertreter auf Texel, Herr Arie Eelman im Alter von 78 Jahren.

 

 

 

 

 

Großzügige Spende erhalten

Im März 2018 erhielt die Kinderhilfe Essen e.V. eine großzügige Spende in Höhe von 1.000,-€ von der Team Gesundheit GmbH in Essen. Dafür bedankt sich der Vorstand recht herzlich.

Timeline des Vereins

Die Anfänge 1963 - 1969

  • Einrichtung eines Kindergartens zur Frühförderung körperbehinderter Kinder.
  • Einrichtung der ersten Diagnostik-und Behandlungsmöglichkeiten im Essener Gesundheitsamt
  • Einrichtung einer 1. Klasse Sonderschule für körperbehinderte Kinder.
  • Integration behinderter Kinder in die Freizeitaktivitäten in Kooperation mit der „Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg“.
  • Teilnahme von Behinderten am therapeutischen Reiten in Zusammenarbeit mit dem „Verein für Reiten“ und dem Gesundheitsamt Essen.
  • Eröffnung einer Ganztagesschule für körperbehinderte Kinder in Essen.
  • Das Gelände der Ferienanlage „Kruiskoog“ wird erworben, die bestehenden Gebäude saniert und das Haus am Teich in Eigenregie gebaut.

Erfolge 1970 - 1980

  • Eröffnung der Ferienanlage „Kruiskoog“ auf der holländischen Ferieninsel Texel.
  • Einweihung eines neuen Kindergartens an der Helen-Keller-Straße.
  • Ausbau der Ferienanlage „Kruiskoog“ auf Texel.
  • Schaffung der „Leitstelle zur Koordinierung von Behindertenhilfen“ beim Gesundheitsamt Essen.
  • Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Selbsthilfe Behinderter in Essen e.V."
  • Einweihung der Helen-Keller-Schule, einer Sonderschule für Körperbehinderte.
  • Schaffung von behindertengerechten, betreuten Wohngruppen in Kooperation mit dem „Integrationsmodell Ortsverband Essen e.V.“.

Bundesverdienstkreuz

  • Am 25.Juni 1995 erhielten die Gründungsmitglieder Helga Hareiter und Rudolf Mellis das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihr ehrenamtliches Engagement im karikativen Bereich. Ihrer Initiative ist es z.B. zu verdanken, dass 1963 und 1964 die ersten Diagnostik-und Behandlungs-
    möglichkeiten im Essener Gesundheitsamt geschaffen wurden, aus denen später das Sozialpädiatrische Zentrum entstand.

Heute

  • konzentrieren sich alle Anstregungen und Ressourcen auf den Betrieb und den Ausbau der Ferienanlage auf Texel um den vielen Anfragen von Familien, Schulklassen und Gruppen entsprechen zu können. Von November 2016 bis März 2017 entstand dort ein mit Rollsthl befahrbarer Grillunterstand. Er ist durch ehrenamtliche Helfer in mehreren Wochenendaktionen erstellt worden.